Umbau und Erweiterung Zweifamilienhaus in Brügg BE


























Umbau und Erweiterung Zweifamilienhaus in Brügg BE


Auftraggeberin

privat

Auftragsart

Direktauftrag

Planungs- & Bauzeit

2019-2020

Baukosten BKP 1-9

CHF 700'000

Konstruktion

Montagebau in Holz

Verdichtung gilt in der Schweiz heute als eine Notwendigkeit für den nachhaltigen Umgang mit Bauland. Sie wird in verschiedenen Formen in der Siedlungsentwicklung von Städten aber auch in kleineren Gemeinden umgesetzt. Die Frage, wie in einem Dorf mit einem erhaltenswerten, aber veralteten Bestand an Einfamilienhäusern verdichtet werden kann, konnte beim Anbau an der Rebhalde in Brügg geprüft werden. Das Haus aus den 30er Jahren wird von zwei Jungen Familien bewohnt, je auf einem Geschoss. Doch mit dem Familienzuwachs ist auch der Bedarf an Wohnraum entsprechend gestiegen. Die beiden Parteien zusammen als Bauherrschaft haben sich dann entschieden, das Platzproblem in Angriff zu nehmen, mit einer Erweiterung des Hauses an der östlichen Fassade.

Der Anbau auf zwei Geschossen und Keller soll dem Haus auch einen neuen Bezug zum Garten schaffen. Die Bauherrschaft aus Gärtnerfamilie ist der Natur nahe und möchte den Wohnraum mit dem Garten verbinden, eine symbiotische Verflechtung zwischen Aussen- und Innenraum wird mittels einer repräsentativen Laube erarbeitet. Die Wohnungen werden um ca. 50 Quadratmeter vergrössert, und bieten einen grosszügigen Wohn- und Essbereich mit Küche zusätzlich zu den bestehenden Drei-Zimmer-Wohnungen.

Eine Konstruktion aus Holz wird von der Bauherrschaft explizit erwünscht, auch wenn der Bestand aus Mauerwerk gebaut wurde. Die Farbigkeit und Gliederung suchen den Bezug, die Materialität wird neu gedacht. Mit dem vorfabrizierten Holzrahmenbau und einer Verkleidung aus Schweizer Weisstanne wird eine neue Fassadentektonik erarbeitet, die sich im Ortsbild des Wohnquartier sorgfältig einfügt. Die Balken der Tragstruktur werden zur Seite vom Garten offengelegt, und bilden ein expressives Raster für die Befestigung der Zangenstützen der Laube. Die filigrane Absturzsicherung aus verzinktem Stahl verbindet sich zwischen den Stützen in einem Zusammenspiel von Zugspannung und metallischen Konsolen. In Abwesenheit von Ornamenten bilden die sichtbaren Verbindungen und Fugen der Fassade eine Körnigkeit auf das Raster der Tragstruktur abgestimmt.

Im Innenausbau werden lasierte Dreischichtplatten verwendet, zusammen mit Schreinerarbeiten aus Eichenholz. Die verglaste Fassade zur Laube kann mit Schiebetüren geöffnet werden, auch die ist aus Vollholz. Gezielte Eingriffe im Bestand ermöglichen die Verbindung von alt und neu. Einen Sprung von drei Tritte zwischen der Schleuse zum Anbau markiert die szenische Abfolge der Räume.

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